A
Add-on-Akquisition
Ergänzende Übernahme im Rahmen einer Buy-and-Build-Strategie. Kleinere Targets (typischerweise 3 bis 25 Mio Euro EV) werden in eine bestehende Plattform integriert, oft zu niedrigeren Multiples als die Plattform selbst (Multiple-Arbitrage).
AKI (Außerklinische Intensivpflege)
Spezialisierte ambulante Pflege beatmungspflichtiger und intensivmedizinisch betreuter Patienten außerhalb von Krankenhäusern. 2026 das renditestärkste Segment des deutschen Pflegemarktes mit EBIT-Multiples zwischen 6,0x und 13,0x.
Asset Deal
Transaktionsstruktur, bei der einzelne Vermögensgegenstände (Anlagevermögen, Verträge, Mitarbeiter über §613a BGB) erworben werden statt der Geschäftsanteile. Im Pflegesektor selten, da Versorgungsverträge nicht automatisch übergehen.
ARR (Annual Recurring Revenue)
Wiederkehrende Jahresumsätze, zentrale Bewertungs-Kennzahl im SaaS-Bereich. Healthcare-Software wird typischerweise mit ARR-Multiples zwischen 5x und 18x bewertet.
B
BAR (Bruttoanfangsrendite)
Bewertungs-Kennzahl für Immobilien-Transaktionen. Berechnet als Jahres-Nettokaltmiete oder Pacht geteilt durch Kaufpreis. Bei Pflegeimmobilien 2026 zwischen 4,5 und 6,5 Prozent, je nach Lage, Pacht-Restlaufzeit und Betreiber-Bonität.
Bewertungsabschlag
Reduzierung des Kaufpreises gegenüber Vergleichstransaktionen aufgrund spezifischer Risiken (hohe Personalfluktuation, kurze Pacht-Restlaufzeit, regulatorische Unsicherheit, schwache DD-Findings). Bei Healthcare-M&A typischerweise 10 bis 25 Prozent.
Bidding-Verfahren
Strukturierter Auktionsprozess mit mehreren Bietern. Verkäufer-seitig die übliche Form, um Bewertung und Verhandlungsposition zu maximieren. Phasen: Information Memorandum, NBOs, Management-Präsentation, finale Bindende Angebote, Exklusiv-Phase.
Buy-and-Build
Konsolidierungs-Strategie, bei der ein Käufer eine Plattform akquiriert und über drei bis fünf Jahre fünf bis 15 Add-on-Übernahmen integriert. Wertschöpfung durch Multiple-Arbitrage, Skalen-Effekte und operative Synergien. 2026 dominant im deutschen Pflegesektor.
Buy-Side
Käuferseite eines M&A-Mandats. Buy-Side-Berater identifizieren Targets (oft Off-Market), qualifizieren vor und begleiten Verhandlung und Due Diligence. Honorar typischerweise als Retainer plus Erfolgshonorar bei Closing.
C
Cap Table (Kapitalisierungstabelle)
Übersicht der Gesellschafterstruktur einer Gesellschaft. Zentrale Bedeutung bei Wachstumsfinanzierungen für die Strukturierung neuer Runden, Verwässerungs-Berechnungen und Term-Sheet-Verhandlungen.
Carve-Out
Verkauf einer Geschäftseinheit aus einem Konzern als eigenständiges Unternehmen. Komplexer als klassischer Unternehmensverkauf wegen organisatorischer Verflechtungen, IT-Trennung, Service-Verträgen und Personalübergang. Mandatsdauer typischerweise 12 bis 24 Monate.
Closing
Vollzug der Transaktion mit Eigentums-Übergang und Kaufpreis-Zahlung. Erfolgt nach Erfüllung aller Closing-Bedingungen, typischerweise sechs bis zehn Wochen nach Signing.
Closing-Bedingungen
Im Kaufvertrag (SPA) definierte Voraussetzungen, die zwischen Signing und Closing erfüllt sein müssen. Typische Bedingungen: kartellrechtliche Freigabe, regulatorische Genehmigungen, Mitarbeiter-Zustimmungen, MAC-Klausel ohne Auslösung.
D
DCF (Discounted Cash Flow)
Bewertungsmethode auf Basis abgezinster zukünftiger Cashflows. Wissenschaftlich präziseste Methode, in der Praxis aber oft durch Multiplikatoren-Verfahren ergänzt, da Annahmen über Diskontierungssätze und Cashflow-Projektionen sensibel sind.
DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung)
Vom BfArM nach §139e SGB V zertifizierte App oder Software, die von gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Eine DiGA-Listung erhöht Series-A-Bewertungen typischerweise um 50 bis 100 Prozent gegenüber nicht-gelisteten Vergleichsanbietern.
Drag-Along (Mitveräußerungspflicht)
Klausel, die einem Mehrheitsgesellschafter erlaubt, Minderheitsgesellschafter zum Mitverkauf zu zwingen, wenn er einen Käufer für 100 Prozent gefunden hat. Standard in PE-finanzierten Strukturen.
DTx (Digital Therapeutics)
Digitale Anwendungen mit therapeutischem Anspruch und klinischer Evidenz. Im DACH-Raum überlappend mit DiGA-Kategorie, international breiter gefasst. Eigene Bewertungsklasse über Erstattungs-Volumen statt SaaS-Multiple.
Due Diligence (DD)
Systematische Prüfung des Targets vor Vertragsunterzeichnung in sechs Streams: Financial, Legal, Tax, Commercial, Operational, Regulatory. ESG-DD seit 2024 Standard. Dauer sechs bis zwölf Wochen, Kosten typischerweise 50.000 bis 500.000 Euro.
E
Earn-out
Variable Kaufpreis-Komponente, die nach Closing über zwei bis fünf Jahre an die Erreichung definierter operativer Ziele geknüpft wird. Sinnvoll bei Bewertungs-Differenzen und Übergangs-Risiken. Anteil am Gesamtkaufpreis typischerweise 10 bis 30 Prozent.
EBIT (Earnings Before Interest and Taxes)
Operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern. Zentrale Bewertungs-Kennzahl im deutschen Mittelstand-M&A. Vor der Multiple-Anwendung bereinigt um Sondereffekte (Geschäftsführer-Gehalt auf Marktniveau, einmalige Aufwendungen).
EBITDA
Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. International übliche Kennzahl, in DACH oft durch EBIT ergänzt, da Abschreibungs-Politik unterschiedlich ist.
EBITDAR
EBITDA vor Pacht- und Mietaufwendungen. Zentrale Bonitäts-Kennzahl bei OpCo/PropCo-Strukturen im Pflegeimmobilien-Bereich. EBITDAR-Coverage von mindestens 1,3x gilt als Sicherheits-Schwelle für die Pacht-Bedienung.
Enterprise Value (EV)
Unternehmensgesamtwert, berechnet als EBIT mal Multiple. Im Gegensatz zum Equity Value beinhaltet er noch Nettofinanzschulden — der Kaufpreis (Equity Value) ergibt sich aus EV minus Nettofinanzschulden plus überschüssiges Working Capital.
Equity Story
Strukturierte Erzählung des Unternehmens für Investoren. Sechs Elemente: Marktposition, Wettbewerbsvorteil, Wachstumsstory, Finanz-Track-Record, Management-Team, Exit-Logik. Eine starke Equity Story rechtfertigt Premium-Multiples.
Equity Value
Wert des Eigenkapitals, identisch mit dem Kaufpreis bei einem Share Deal über 100 Prozent. Equity Value gleich Enterprise Value minus Nettofinanzschulden plus überschüssiges Working Capital.
ESG-DD
Due-Diligence-Stream zu Environmental, Social, Governance. Seit 2024 Standard, bei Healthcare-Immobilien zwingend. Prüfung von energetischem Standard, sozialer Versorgungssicherheit, Governance-Strukturen, Lieferketten-Compliance.
Exklusivitätsperiode
Im LOI vereinbarte Phase, in der der Verkäufer nicht mit anderen Interessenten verhandeln darf. Typischerweise 60 bis 90 Tage, gibt dem Käufer Sicherheit für Due-Diligence-Investitionen. Eine der wenigen rechtlich bindenden Klauseln im LOI.
F
Family Office
Vermögensverwaltungs-Vehikel wohlhabender Familien. Im Healthcare-M&A 2026 zunehmend aktiv mit langfristigem Halte-Horizont, oft als Käufer von Pflegeimmobilien oder als Co-Investoren in Pflege-Plattformen.
Financial DD
Due-Diligence-Stream zu Ertragsqualität, Working-Capital-Analyse, Cashflow-Bereinigung und EBITDA-Normalisierung. Liefert die Datenbasis für Kaufpreis-Anpassungen und Closing-Mechanismen.
FDA-Zulassung
Marktzulassung der US-amerikanischen Food and Drug Administration für Medizinprodukte und Therapeutika. Für DACH-MedTech-Bewertungen relevant, da FDA-Zulassung den Zugang zum US-Markt eröffnet und damit den TAM (Total Addressable Market) erweitert.
G
Garantie-Katalog
Im SPA definierter Katalog der Verkäufer-Garantien (Reps & Warranties) zu Eigentumsverhältnissen, Verträgen, Steuern, regulatorischer Compliance und ähnlichen Bereichen. Verstoß löst Garantie-Ansprüche aus, oft über W&I-Versicherung abgedeckt.
Growth-Stage
Finanzierungsphase nach Series A und B, typischerweise Series C bis E. Tickets 30 bis 150 Mio Euro, Bewertungen ab 100 Mio Euro Pre-Money. Im Healthcare-Markt durch Healthcare-Crossover-Investoren und Growth-Funds bedient.
H
Holding-Struktur
Steuerliche Strukturierung, bei der Geschäftsanteile von einer Holding-Gesellschaft gehalten werden. Verkaufsgewinne unterliegen der 95-Prozent-Steuerbefreiung nach §8b KStG (effektive Steuerlast 1,5 Prozent). Etablierung mindestens drei Jahre vor geplantem Verkauf empfohlen.
I
Indemnity (Freistellung)
Spezifische Verkäufer-Verpflichtung im SPA zur Übernahme bestimmter Risiken (z.B. laufende Rechtsstreitigkeiten, identifizierte Steuer-Risiken). Im Gegensatz zu Garantien sind Indemnities meist betragsmäßig nicht begrenzt.
Information Memorandum (IM)
Verkaufs-Dokument, das im Sell-Side-Prozess an qualifizierte Interessenten verteilt wird. Enthält Geschäftsmodell, Marktposition, Finanzhistorie, Wachstumsstory und Management-Team. Erstellung typischerweise sechs bis acht Wochen.
IPO (Initial Public Offering)
Erstmalige Notierung an einer Wertpapierbörse. Im Healthcare-Mittelstand seltener Exit-Pfad, eher relevant für skalierte HealthTech-Plattformen oder MedTech-Anbieter ab 100 Mio Euro Umsatz.
IPReG (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz)
2020 verabschiedetes Gesetz zur Regulierung der außerklinischen Intensivpflege. Definiert Anforderungen an Versorgung, Personalausstattung und Qualitätssicherung. IPReG-Konformität ist 2026 Voraussetzung für Premium-Multiples im AKI-Sektor.
J
Joint Venture (JV)
Gemeinschaftsunternehmen zweier oder mehrerer Partner. Im Healthcare-M&A relativ selten, gelegentlich bei strategischen Kooperationen zwischen Pharma-Konzernen und HealthTech-Anbietern oder bei internationalen Markteintritts-Strukturen.
K
Kaufpreisanpassung
Mechanismus zur Anpassung des Kaufpreises zwischen Signing und Closing auf Basis von Working-Capital-Veränderungen, Net-Debt-Position oder anderen vereinbarten Kennzahlen. Typische Modelle: Locked Box vs. Closing Accounts.
L
Lead-Investor
Hauptinvestor einer Finanzierungsrunde, der die Term-Sheet-Verhandlung führt und die anderen Investoren orchestriert. Im Healthcare-Wachstumssegment bestimmt die Wahl des Leads den Folgerunden-Pfad und die Investoren-Architektur für die nächsten zwei Runden.
Legal DD
Due-Diligence-Stream zu Verträgen, Genehmigungen, Streitigkeiten und Eigentumsverhältnissen. Im Pflegesektor zentral: Versorgungsverträge nach SGB V/XI, Pflegesatz-Vereinbarungen, OPS-Zertifizierungen, IPReG-Konformität.
Liquidationspräferenz
Term-Sheet-Klausel, die definiert, in welcher Reihenfolge und Höhe Investoren bei einem Exit Erlöse erhalten. Marktstandard im DACH-Healthcare-Wachstumssegment ist 1x non-participating. 2x participating gilt als Warnsignal.
LOI (Letter of Intent)
Vorbereitendes Dokument, das die zentralen Konditionen einer geplanten Transaktion festhält (Kaufpreis, Struktur, Closing-Bedingungen, Exklusivität). Überwiegend rechtlich nicht bindend, praktisch aber hochrelevant — Abweichungen im finalen SPA werden als Vertrauensbruch wahrgenommen.
Lock-Up
Vereinbarung, die Verkäufer (oder bei IPOs Insider) für eine definierte Periode (typischerweise sechs bis 24 Monate) am Verkauf weiterer Anteile hindert. Im PE-Kontext oft als Earn-out-Sicherung oder Management-Bindung eingesetzt.
M
M&A (Mergers & Acquisitions)
Sammelbegriff für Unternehmens-Zusammenschlüsse und -Übernahmen. Umfasst Akquisitionen, Fusionen, Carve-Outs, Joint Ventures und strategische Beteiligungen. Healthcare-M&A unterscheidet sich durch regulatorische Komplexität und sektor-spezifische Werttreiber.
MAC-Klausel (Material Adverse Change)
Klausel im SPA, die dem Käufer den Rücktritt erlaubt, wenn zwischen Signing und Closing eine wesentliche negative Veränderung beim Target eintritt. Definition der Wesentlichkeit ist verhandlungsintensiv und sektor-spezifisch.
MBI (Management Buy-In)
Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management-Team, oft mit PE-Finanzierung. Im Healthcare-Mittelstand relevant bei Generationenwechsel ohne familieninternen Nachfolger und gleichzeitig schwacher operativer Tiefe.
MBO (Management Buy-Out)
Übernahme des Unternehmens durch das bestehende Management-Team, typischerweise mit PE-Finanzierung. Vorteil: operative Kontinuität, Vertrauen der Mitarbeiter, sofortige Handlungsfähigkeit nach Closing.
MDR (Medical Device Regulation)
EU-Verordnung 2017/745 zur Marktzulassung von Medizinprodukten. Hat seit 2021 die alte MDD ersetzt und verschärft die Anforderungen erheblich. MDR-Konformität ist Voraussetzung für CE-Kennzeichnung und damit für den Marktzugang im EU-Raum.
Multiple
Bewertungs-Faktor, der mit einer Bezugsgröße (EBIT, EBITDA, ARR) multipliziert wird, um den Enterprise Value zu errechnen. Sektor- und phasen-spezifisch — Pflege-Multiples zwischen 3,5x und 13,0x EBIT, Healthcare-SaaS zwischen 5x und 18x ARR.
Multiple-Arbitrage
Wertschöpfungs-Hebel im Buy-and-Build: Add-ons werden zu niedrigeren Multiples akquiriert als die konsolidierte Plattform bei einem späteren Exit handelt. Im Pflegesektor typische Spread zwischen 1,5x und 3,0x EBIT-Punkten.
N
NBO (Non-Binding Offer)
Erste, rechtlich nicht bindende Indikation eines Käufers im Bidding-Verfahren. Enthält Bewertungs-Bandbreite, Transaktionsstruktur und vorläufige Bedingungen. Auf Basis der NBOs werden die Top-Bieter für die Management-Präsentations-Phase ausgewählt.
NDA (Non-Disclosure Agreement)
Vertraulichkeitsvereinbarung, die vor der Weitergabe sensibler Informationen abgeschlossen wird. Im M&A-Prozess Standard vor Übergabe des Information Memorandums. Verletzungen können zu Schadenersatz und Unterlassungsklagen führen.
NRR (Net Revenue Retention)
Kennzahl im SaaS-Bereich: Umsatz-Entwicklung des Kundenbestands abzüglich Churn plus Upsell. NRR über 110 Prozent gilt als Premium-Indikator und rechtfertigt höhere ARR-Multiples in Wachstumsfinanzierungen.
O
Off-Market
Verkaufs-Mandate, die nie öffentlich gelistet werden. Machen 2026 schätzungsweise 60 bis 70 Prozent aller Healthcare-M&A-Transaktionen im Mid-Market aus. Zugang über Berater-Netzwerk, direkte Inhaber-Ansprache und proaktive Marktrecherche.
OpCo/PropCo
Doppelstruktur, bei der Operating Company (OpCo, Betriebs-Gesellschaft) und Property Company (PropCo, Immobilien-Gesellschaft) als separate Rechtsträger geführt werden. Im Pflegesektor besonders bei Pflegeheim-Akquisitionen relevant — ermöglicht getrennte Bewertung und Käufer-Universe.
OPS 8-718
Operationen- und Prozedurenschlüssel-Code für hochaufwendige Pflegeleistungen in der außerklinischen Intensivpflege. OPS-8-718-Zertifizierung der Einrichtungen ist Voraussetzung für die Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen und damit zentraler Werttreiber im AKI-Bereich.
P
Pflegegrad-Mix
Verteilung der Pflegegrade (1 bis 5) im Klientenstamm einer stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtung. Höhere Pflegegrade führen zu höheren Tagessätzen, sind aber personalintensiver. Premium-Bewertungen für Einrichtungen mit Pflegegrad-Mix 3 bis 5.
Plattform-Akquisition
Strategischer Anker einer Buy-and-Build-Strategie. Typischerweise 30 bis 100 Mio Euro Enterprise Value, eigene Management-Struktur, regionale Marktstellung. Wird zu höheren Multiples gehandelt als Add-ons (Pflege-Plattformen 5,5x bis 7,5x EBIT).
Pre-Money / Post-Money
Bewertungs-Konventionen bei Wachstumsfinanzierungen. Pre-Money ist der Unternehmenswert vor der Investition, Post-Money danach (Pre-Money plus Investmentbetrag). Series-A-Pre-Money im DACH-Healthcare 2026 zwischen 12 und 35 Mio Euro.
Private Equity (PE)
Beteiligungskapital für reife, profitable Unternehmen. Im deutschen Pflegesektor 2026 dominanter Käufer-Typ über Buy-and-Build-Strategien. Halte-Horizonte typischerweise fünf bis sieben Jahre, Exit-Logik an größere PE-Fonds oder strategische Käufer.
R
Regulatory DD
Due-Diligence-Stream zu sektor-spezifischen regulatorischen Anforderungen. Im Healthcare-Bereich: Versorgungsverträge, Genehmigungen, Zertifizierungen (OPS, MDR, IVDR, FDA, DiGA-BfArM). Premium-Tiefe bei AKI- und MedTech-Targets.
Reimbursement (Erstattung)
Vergütungssystem für Gesundheitsleistungen durch gesetzliche oder private Kostenträger. Im DACH: GKV-Vergütung, DRG-System (stationär), Pflegesatz-Vereinbarungen, DiGA-Erstattung. Reimbursement-Pfad ist im Healthcare-Pitch der größte Bewertungs-Hebel.
Retainer
Monatliche Beratungspauschale für die Mandatsdauer eines M&A-Beraters. Bei Buy-Side-Mandaten typischerweise 5.000 bis 25.000 Euro pro Monat — abhängig von Suchprofil-Komplexität und parallel verfolgten Sektoren. Wird mit Erfolgshonorar bei Closing kombiniert.
R&W-Versicherung (W&I-Versicherung)
Warranty & Indemnity Insurance, die Garantie-Verletzungen aus dem SPA absichert. Im DACH-Healthcare-M&A 2026 Standard bei Mid-Market-Deals. Prämie typischerweise 1 bis 3 Prozent der Versicherungssumme, Versicherungssumme 10 bis 30 Prozent des Transaktionsvolumens.
S
SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung)
Versorgungsform für unheilbar erkrankte Patienten in der häuslichen Umgebung, geregelt nach §37b SGB V. SAPV-Einrichtungen werden 2026 mit EBIT-Multiples zwischen 5,5x und 8,5x bewertet, mit zunehmendem Konsolidierungsdruck.
Share Deal
Transaktionsstruktur, bei der die Geschäftsanteile (Shares) einer Gesellschaft erworben werden. Im deutschen Healthcare-M&A dominant (80 bis 90 Prozent der Pflegesektor-Transaktionen), da Versorgungsverträge automatisch mit übergehen.
SHA (Shareholders' Agreement)
Gesellschaftervereinbarung, die das Verhältnis der Gesellschafter untereinander regelt — getrennt vom Gesellschaftsvertrag. Inhalte: Stimmrechte, Reserved Matters, Vorkaufsrechte, Drag-Along, Tag-Along, Lock-Up.
Signing
Unterzeichnung des Kaufvertrags (SPA). Markiert den rechtlichen Abschluss der Transaktion, vollzogen wird sie aber erst beim Closing nach Erfüllung der Closing-Bedingungen. Zwischen Signing und Closing typischerweise sechs bis zehn Wochen.
SPA (Share Purchase Agreement)
Kaufvertrag bei einem Share Deal. Regelt Kaufpreis, Garantie-Katalog, Indemnities, Closing-Bedingungen, MAC-Klausel und nachvertragliche Pflichten. Bei Mid-Market-Deals typischerweise 80 bis 200 Seiten, Verhandlungsdauer sechs bis zehn Wochen.
Success Fee
Erfolgsabhängiges Honorar des M&A-Beraters bei Closing. Im DACH-Raum 2026 typischerweise 1,5 bis 4 Prozent für Mid-Market-Deals, bei kleineren Deals (unter 10 Mio Euro) bis zu 5 oder 6 Prozent. Bei großen Transaktionen sinkende Sätze.
Synergie
Wertschöpfungs-Effekt durch Zusammenführung zweier Unternehmen — operativ (Personalpool, Einkauf), kommerziell (Cross-Selling, Marktstellung) oder finanziell (Steuerstruktur, Kapitalkosten). Im Healthcare-M&A-Modell oft 60 bis 80 Prozent der Synergie-Annahmen kritisch.
T
Tag-Along (Mitveräußerungsrecht)
Klausel, die Minderheitsgesellschaftern das Recht gibt, ihre Anteile zu gleichen Konditionen mitzuverkaufen, wenn ein Mehrheitsgesellschafter verkauft. Schutzmechanismus für Minderheitsbeteiligte, Standard in Wachstumsfinanzierungen.
Tax DD
Due-Diligence-Stream zu steuerlichen Strukturierungen, Risiken und Vorbehalten. Prüft Körperschaftsteuer-Position, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer-Themen, Verrechnungspreise und steuerliche Holding-Strukturen. Findings beeinflussen Kaufpreis und Garantie-Katalog.
Teileinkünfteverfahren
Steuerliches Verfahren bei Privatpersonen mit GmbH-Anteilen: 60 Prozent des Veräußerungsgewinns sind steuerpflichtig zum persönlichen Steuersatz. Effektive Steuerlast typischerweise 25 bis 28 Prozent, deutlich attraktiver als Asset-Deal-Besteuerung.
Term Sheet
Vorbereitendes Dokument zur Festlegung der Eckpunkte einer Transaktion oder Investitionsrunde. Im DACH-Raum oft synonym mit LOI verwendet, mit feinen Unterschieden in Form (Term Sheet bullet-orientiert, LOI narrativer).
U
Unit Economics
Wirtschaftlichkeit pro Einheit (Kunde, Patient, Vertragsklink). Zentrale Bewertungs-Metrik bei Wachstumsfinanzierungen — CAC, LTV, Payback-Period, Brutto-Marge pro Einheit. Schwache Unit Economics führen zu Bewertungsabschlägen unabhängig vom absoluten Wachstum.
V
Vendor DD (Sell-Side DD)
Vom Verkäufer im Vorfeld eines Verkaufsprozesses beauftragte Due Diligence. Liefert allen Bietern dieselbe Datenbasis, beschleunigt das Bidding-Verfahren und erhöht die Verhandlungs-Position. Im Mid-Market-Healthcare-M&A zunehmend Standard.
Venture Capital (VC)
Beteiligungskapital für junge, wachstumsstarke Unternehmen. Im Healthcare-Bereich differenziert in spezialisierte Healthcare-VCs (mit klinischem Verständnis) und generalistische Tech-VCs mit Healthcare-Tranche. Tickets typischerweise 1 bis 15 Mio Euro.
Versorgungsvertrag
Vertrag zwischen Pflegeeinrichtung und Kostenträgern (Pflegekassen, Krankenkassen) auf Basis von §132a SGB V (ambulant) oder §72 SGB XI (stationär). Bleibt bei Share Deal automatisch bei der Träger-Gesellschaft, was Share Deal als Standard im Pflegesektor begünstigt.
Vesting
Stufenweiser Erwerb von Anteilsrechten über eine definierte Periode (typischerweise vier Jahre mit einjährigem Cliff). Bindet Gründer und Schlüsselmitarbeiter operativ an das Unternehmen. Standard in PE- und VC-Strukturen.
W
Working Capital
Differenz aus kurzfristigem Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Im M&A-Kontext: Working-Capital-Anpassung beim Closing, basierend auf einem definierten Soll-Working-Capital. Abweichungen führen zu Kaufpreis-Anpassungen.



